Mit einem Sound, der sich irgendwo zwischen kraftvollem Post-Punk und emo-infizierten Rock-Elementen bewegt, hat sich EKKSTACY den Titel „Gen Z’s New King of Sad Punk Songs“ (GQ Hype) redlich verdient.

Über 4 Millionen monatliche Hörer:innen sprechen für sich. Der Künstler aus Vancouver, der mittlerweile in Los Angeles lebt, bringt die bittersüße Melancholie in unsere Ohren und lässt sie gleichzeitig nach Freiheit schmecken.
Im Sommer rockte er die Bühnen der „One More Time“-Stadiontour von Blink-182 und hat sich seither keinen Moment zum Verschnaufen gegönnt. Aktuell tourt er bis Oktober mit den $uicideboys durch Nordamerika und zieht die Massen in seinen Bann. Wer einmal in die düstere, zutiefst ehrliche Welt seiner Musik eingetaucht ist, weiß, dass es hier um weit mehr geht als nur um Melodien – es ist viel mehr ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele.
Im Interview unterhielten wir uns über sein neues Album, SpongeBob Schwammkopf und seine Inspirationsquelle beim Songwriting.
Stacy, wir sind in Stuttgart – der Heimat von Porsche und Mercedes-Benz. Wie stehst Du zu Autos?
STACY: Oh, ich liebe Autos. Ich hätte gerne einen Porsche. Am liebsten einen 911er.
Was gibt dir das Gefühl, zuhause zu sein?
STACY: Naja, wenn ich eben zuhause bin. Ich vermisse Kanada total, weil ich immer unterwegs bin.
Wann warst Du zuletzt dort?
STACY: Vor zwei Wochen. Allerdings nur für fünf Tage. Davor war ich zwei Monate am Stück unterwegs.
Okay, das ist heftig. Was inspiriert dich beim Songwriting mehr: Verliebtsein oder Liebeskummer?
STACY: Ich war seit der High School nicht mehr verliebt. Hatte seitdem aber auch keinen Liebeskummer mehr. Weißt Du, wahrscheinlich sind Langeweile und Einsamkeit meine größten Inspirationsquellen. Ich schreibe seit der High School über die gleiche Frau. Irgendwie armselig.
Welchen Song hättest Du gerne geschrieben?
STACY: Katy Song von den Red House Painters. Kennst Du den? Ist ein trauriger Song, den ich ziemlich mag.
Kenn ich tatsächlich nicht. Muss ich mir später mal anhören. Mit welchem Charakter aus SpongeBob Schwammkopf fühlst Du dich am meisten verbunden?
STACY: Ich würde SpongeBob sagen. Weil er geisteskrank ist und viele Homies hat. Und weil ihn viele auch nicht mögen.
Was glaubst Du, woran das liegt?
STACY: Weil manche Leute auch mich nicht mögen.
Welches Lied von deinem neuen Album EKKSTACY spielst Du live am liebsten?
STACY: Wahrscheinlich chicago oder goo lagoon. Die spielen wir immer bei Live-Shows. Auch heute in Stuttgart.
Was liebst Du an Chicago?
STACY: Ich war nur ein paar Mal dort. Meine Ex kommt aus Chicago und deswegen hab ich den Song eben danach benannt. Mir gefällt es dort einfach und ich wollte auf eine Art meine Gefühle für dieses Mädchen ausdrücken. Verstehst Du?
Ja, sehr schön. Und was gefällt dir an Port Moody?
STACY: Damn. Shit. Mein bester Freund wohnt dort. Woher kennst Du Port Moody?
Während der Vorbereitung auf das Interview hab ich gelesen, dass Du dein erstes Album in einer Garage in Port Moody aufgenommen hast.
STACY: Ja, es ist ein kleines Dorf ein bisschen außerhalb Vancouvers. Und es stimmt, dass wir dort misery in der Garage aufgenommen haben. Das Meer fließt durch, Bäume, Hügel, Berge, nette Häuser. Es ist echt schön dort. Und sicher.
Sieht auf Bildern richtig malerisch aus. Du warst mit Blink-182 auf Tour. Hast du eine Story, die dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
STACY: Oh ja, ich hab eine gute Story. Okay, also auf Travis Barkers’ Green Room stand Travis Barker. Auf Mark Hoppus’ Green Room stand Mark Hoppus. Auf Toms’ Green Room war ein Schild mit der Aufschrift „Dreamland”. Sein Raum war direkt neben unserem und natürlich dachte ich mir so, what the fuck Dreamland, was ist da los? Nach dem Soundcheck kam ich zurück und traf Tom, der vor seinem Green Room stand. Ich war total aufgeregt und sagte „Hi”. Er begrüßte mich ebenfalls mit „Hey, what’s up man? What’s up, dude?” und ich fragte ihn, warum da Dreamland steht. Er fragte mich, ob ich mal schauen möchte. Na klar wollte ich. Also nahm er mich mit in den Raum und es war echt crazy. Alles voll mit Wandteppichen, so in Savannen-Optik, er hatte ein Laufband, einen riesigen Fernseher, eine komplette Bar, es lief Reggae und er machte allen einen Drink. Es war krank und die Jungs von Blink sind einfach unglaublich cool.
Wow, nice. Also sind alle drei ziemlich bodenständig?
STACY: Ja, total. Mit Travis bin ich schon seit 2021 befreundet. Tom ist super. Mit Mark hab ich bisher noch nicht wirklich gesprochen, aber ich bin mir sicher, dass er auch umgänglich ist.
Ein Lied auf deinem Album misery heißt ausgang (sic). Das hast Du dir auch als Tattoo stechen lassen, oder?
STACY: Ja, hier am Arm.
Ich hab mich gefragt, welche Bedeutung das für dich hat, bzw. welche Verbindung Du zu Deutschland oder der deutschen Sprache hast?
STACY: Ich hab mir das stechen lassen, weil es das erste Wort war, das ich am Flughafen gelesen habe. Das war damals meine erste Tour in Deutschland und ich hab mir das als Erinnerung stechen lassen. Mein Freund am Bass hat das gleiche. Und Preston Bell (Gitarre) hat es am Bein.
Nice. Gibt es ein Tattoo, das Du mittlerweile bereust?
STACY: Ja, alle meine Face Tats. Abgesehen von dem neuen hier.
Welchen Teil deines Körpers würdest Du niemals tätowieren?
STACY: Meine Füße. Das wäre viel zu schmerzhaft.
Meinst Du es wäre heftiger als an der Brust?
STACY: Ja, das ist die schmerzhafteste Stelle überhaupt.
Würdest Du eine Songwriting-Session mit Glenn Danzig oder eine Sightseeing-Tour durch Transsilvanien mit Doyle Wolfgang von Frankenstein wählen?
STACY: Boah, schwierig. Ich schätze mal, beide sind ziemlich durch. Wahrscheinlich würde ich nichts davon wählen.
Und wenn Du zwischen einem Abendessen mit Robert Smith oder einer Partytour mit Christian Death wählen könntest?
STACY: Oh Mann, mit Rozz abhängen wäre glaub ziemlich furchteinflößend. Aber er hätte bestimmt ziemlich verrückte Drogen. Also würde ich wohl den Abend mit Rozz wählen.
Würdest Du lieber 1000 Jahre lang schlafen oder fünf Tage durchmachen?
STACY: 1000 Jahre lang schlafen und dann in der Zukunft aufwachen wäre großartig. Wenn es bis dahin unseren Planeten noch gibt, was ich bezweifeln würde – aber die Vorstellung klingt interessant. Ich war aber schon fünf Tage wach und das war schrecklich, einfach furchtbar.
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Welche Nachricht würdest Du auf einer Werbeanzeige am Times Square platzieren?
STACY: Wahrscheinlich sollte ich jetzt irgendwas lustiges sagen. Aber gerade würde ich einfach nur auf meinen neuen Song seventeen aufmerksam machen. Hört ihn euch an.
Was würdest Du zu deinem siebzehnjährigen Ich sagen?
STACY: Ich würde ihm sagen, dass er es bisher echt gut gemacht hat.
Was denkst Du über die Wahlergebnisse in den USA?
STACY: Ist mir scheißegal. Ich bin Kanadier.
Und wenn Du einen Song über Donald Trump schreiben würdest. Was wäre der Titel?
STACY: Würde ich nicht.
Fair enough. Und die letzte Frage. Wann wirst Du normalerweise aktiv?
STACY: Wenn ich zuhause bin und die Sonne scheint. Dann bin ich gerne draußen und genieße die Zeit in Kanada. Und wenn ich trinke.
Vielen Dank Stacy, für deine Zeit und weiterhin alles Gute.
STACY: Danke dir! Mit der SpongeBob-Frage hattest Du mich.
Der Track ist eine aufwühlende Metapher des Maulwurfs, der im Dunkeln gräbt und sich in einem endlosen Kreis bewegt. Er thematisiert Unsicherheit, Isolation und die quälenden Selbstzweifel, die uns oft heimsuchen. In einer Welt, in der die Oberfläche oft glänzt, gräbt EKKSTACY tiefer – und wir hören ihm gerne dabei zu.
Bereit für einen weiteren emotionalen Ritt? Die Dunkelheit mag erdrückend sein, aber EKKSTACY zeigt uns, wie wir mit unseren inneren Dämonen tanzen können.
