Wenn Onejiru das Mikro in die Hand nimmt, sind Funken in der Luft: Die Musikerin und Soul-Aktivistin massiert mit ihrer Stimme nicht nur die Tanzbeine, sondern stimuliert gleichzeitig den Denkapparat. Ihre Songs sind afropop-gesättigte Klangreisegefährten, die Rock-, Reggae- und Punk-Elemente mühelos miteinander in Einklang bringen. Ganz nebenbei transportieren sie eine Haltung, die weit über reine Unterhaltung hinausgeht.
Als Sängerin, Songwriterin und kreative Visionärin lebt Onejiru heute zwischen Hamburg und Nairobi. Sie hat sich in der deutschsprachigen Musikszene als vielseitige Stimme etabliert, die sowohl für Empowerment und kulturelle Sichtbarkeit als auch für musikalische Überraschungen zu haben ist. Ihre charakteristischen Popklänge, gesät mit souligen Vibes und afrodiasporischen Texturen, wirken wie ein sonnendurchflutetes Kaleidoskop, das sowohl zum Tanzen als auch zum Nachdenken einlädt. Ihre Musik ist ein Statement, ihre Bühnenpräsenz ein Magnet für Aufmerksamkeit und ihre Stimme ein Ruf nach mehr Verbindung zwischen Kulturen und Generationen.
Im Interview beantwortete die Ausnahmekünstlerin unsere Fragen.
Onejiru, wie geht es dir?
Mir geht es gut, danke.
Was bedeutet es für dich frei zu sein?
Für mich bedeutet das mit mir im Einklang zu sein, mit anderen Menschen und mit der Natur.
Du bist Diplom-Geographin. Welche Entwicklungstendenzen würdest Du zum aktuellen Rechtsruck in Deutschland prognostizieren?
Die AfD und CDU werden wahrscheinlich recht bald schon Koalitionsverhandlungen in einem Bundesland führen. Aber wir sind mehr.
Was würdest Du gerne an unserer Gesellschaft ändern?
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Da gibt es keine zwei Meinungen.
Du bist sozial sehr engagiert. 2014 warst Du beispielsweise für Viva Con Agua in Addis Abeba. Wo siehst Du aktuell weiteren Handlungsbedarf?
Sharing statt Charity. Das ist die oberste Maxime.
Was ist, abgesehen von der Musik, deine persönliche Seelenkost?
Naked Survival gucken, 6 Stunden am Stück. Ohne dass mich dabei jemand stört. Und dabei übe ich das eine oder andere als Vorbereitung.
Liebst Du es manchmal zu leiden?
Nach dem Feiern. Der Kater danach ist scheiße.
Wenn deine Lebensgeschichte eines Tages verfilmt wird. Wer wird dich spielen?
Angela Bassett.
Du bist auch als Künstlerin aktiv. Was inspiriert dich bei deinen Werken?
Mich inspiriert der ganz normale Alltag, der ganz normale Wahnsinn, die Freuden, die Tränen, der Spaß und das Zwischenmenschliche.
Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit treffen könntest, wer wäre es und warum?
Ich würde gerne nochmal Jackie Chan treffen. Nur dieses Mal würde ich mich freuen, wenn er mir ein paar Tricks zeigt, da ich mich damals nicht getraut hatte zu fragen.
Schön, dass Du ihn treffen konntest. Was ist deine größte Schwäche?
Vielleicht, dass ich immer möchte, dass es allen gut geht. Das klappt leider nicht immer.
Gibt es Rituale, die Du vor einem Konzert pflegst?
Schweigen.
Welches Lied hättest Du gerne geschrieben?
Redemption Song von Bob Marley.
Kannst Du dir ein Leben ohne Musik vorstellen?
Nein.
Kannst Du beim Nichtstun nichts tun?
Ich kann beim Nichtstun nicht nichts tun.
Was ist das Schönste an Hamburg?
Die Fährfahrt von Finkenwerder nach Landungsbrücken.
Hast Du einen Tipp an angehende Musiker:innen?
Nicht reinlabern lassen.
Käsebrot oder Katzeklo?
Käsebrot.
Rote Flora oder Madison Square Garden?
Rote Flora.
Nina Hagen oder Rio Reiser?
Nina Hagen.
Tattoo oder Piercing?
Tattoo.
Vielen Dank für deine Zeit, liebe Onejiru und weiterhin viel Erfolg.
