Im Gespräch mit Hanna Batka

Die 20-Jährige Vollblutmusikerin Hanna Batka baut in ihrem Debütalbum ihr ganz eigenes Universum, ihre ganz eigene Stadt und Kosmos. Die akustisch gefärbten Popsongs, die von minimalistischem Gitarrenspiel bis hymnischer Popmusik alles zu bieten haben können überall erlebt werden – in Wanne-Eikel, Mitten in München, Hamburg, Stuttgart, Kaiserslautern oder mitten in Leipzig. Aber immer mitten ins Herz.

(c) Marco Sensche


Es sind 11 Songs, die die gebürtige Berlinerin Hanna Batka auf ihrem ersten Album „Mitten in Berlin“ zu einem feinen Kunstwerk unaufgeregter und ehrlicher Popmusik zusammenbaut. Es geht um gute Energie. Darum, diese gute Energie zu erfahren und sie dann auch weiterzugeben. Mit Texten, die sich aber auch durchaus trauen sehr schwierige Situationen anzusprechen, wie z.B. im  Song „Polaroid, oder im Song „Mutter“. Der Song „Mutter“ ist übrigens ein Geschenk von Hanna Batkas Förderer und Mentor Udo Lindenberg an sie und wird hiermit zum ersten Mal veröffentlicht. Im Interview beantwortete die sympathische Musikerin gut gelaunt unsere Fragen.

Hallo Hanna, wie geht’s dir?

„Sehr gut! Mir geht’s super. Ich hatte heute zum ersten Mal den ganzen Tag Interviews. War total entspannt, alle waren freundlich und nett. Ich bin echt sehr zufrieden.“

Dein Debütalbum heißt „Mitten in Berlin“ –
Was ist dein Lieblingsplatz in der Hauptstadt?

„Also einen richtigen Lieblingsplatz habe ich nicht. Meine Lieblingsgegend ist aber sicherlich Friedrichshain, weil es dort viele Plätze gibt, die einfach cool sind. Dort bin ich zur Schule gegangen und wohne jetzt auch hier. Mir gefallen vor allem die Parks, die Warschauer Straße und die belebte Atmosphäre, weil es dort coole Läden, Bars und Restaurants gibt. Die Leute sind sowieso entspannt und ich fühle mich dort einfach total zuhause. Hinzu kommt, dass ich mich in Friedrichshain viel sicherer fühle als zum Beispiel in Kreuzberg oder so.“

Die gleichnamige Single erzählt von der Liebe auf den ersten Blick –
Glaubst du daran? Und ist sie dir schon mal passiert?

„Ich glaube schon daran. Mir ist es aber bisher noch nicht passiert, dass es auf einmal Klick gemacht hat. Mit meiner aktuellen Freundin war ich zuvor zwei Jahre befreundet, bevor wir dann zusammengekommen sind. Also wir haben echt lange gebraucht um zu checken, dass da mehr sein könnte. Da hat es sich Stück für Stück entwickelt. Ich würde aber gerne einmal jemanden treffen, der das so erlebt hat und auch mit der Person zusammen ist. Fände ich mega interessant das mal zu hören. Also dass man sich sieht und es dann beidseitig einfach Klick macht.“

Dein Album beginnt direkt mit einem emotionalen Song – „Drachenblut“ thematisiert Herzschmerz nach einer gescheiterten Beziehung, beschreibt aber gleichzeitig die Kraft und die Stärke immer weiterzumachen.
Würdest du dich als Kämpfernatur bezeichnen?

„Auf jeden Fall – 100%. Ich bin definitiv keine Person, die sofort den Kopf in den Sand steckt oder ans Aufgeben denkt. Ich bin sehr positiv und versuche immer erst das Positive zu sehen. Vor allem auch bei anderen Menschen. Ich gehe immer davon aus, dass es zum Beispiel keine Absicht war, wenn eine Person mich verletzt. Aber als ich damals mit 16 den Song geschrieben habe, war ich noch nicht so stark wie ich es heute bin. Ich hab den Song eigentlich so positiv und stark geschrieben, weil ich mir damals diese Eigenschaften ein Stück weit für mich selbst gewünscht habe. Um leichter über solche Situationen hinwegzukommen und nach vorne schauen zu können. Und das hat sich in den Jahren auf jeden Fall in diese Richtung entwickelt – ich hab mich definitiv gemacht.“

In „Du fliegst hoch“ singst du von großen Namen wie Einstein, Schiller und Kant. Welche berühmte Persönlichkeit würdest du gerne kennenlernen, wenn du Zeitreisen könntest?

„Ich würde gerne eine Frau von früher kennenlernen, die historisch bekannt ist. Zum Beispiel Frida Kahlo oder Jeanne d’Arc würde ich total gerne mal treffen und mich mit ihnen über frühere Zeiten unterhalten, wie es damals war eine Frau zu sein – was ich mir ziemlich hart vorstelle. Vor allem, wenn man zu dieser Zeit revolutionär handelte. Das fände ich super spannend.“

Apropos Reisen – „We Are“ war der offizielle Kampagnensong der Deutschen Bahn. Wie reist du denn am liebsten?

„Ich hatte ja zu der Zeit diese BahnCard 100, das heißt ich konnte jeden Tag jede Bahn nehmen und kostenlos hinfahren, wo ich wollte. Das war richtig geil und hat echt Spaß gemacht! Ein paar Mal bin ich während Corona noch geschäftlich gereist und wenn man beispielsweise von Berlin nach Stuttgart fährt und 6-7 Stunden mit der Maske dasitzt, dann kann das schon ein bisschen nervig sein. Also sonst reise ich echt gerne mit der Bahn aber ich muss auch sagen, dass ich auch super gerne Auto fahre. Der Umweltfaktor ist sicherlich nicht außer Acht zu lassen und ich hoffe, dass ich mir irgendwann mal ein Elektroauto kaufen kann – am liebsten ein Tesla (lacht). Aber ich glaube, da muss ich noch ein bisschen arbeiten.“

Und was wird dein erstes Reiseziel nach der Pandemie sein?

„Ich will super gerne mal nach Marokko. Meine Freundin ist Halb-Marokkanerin, also ihre Mama ist aus Marokko. Sie besucht normalerweise oft ihre Mutter dort und kümmert sich um sie, jetzt in der aktuellen Situation geht sie aber natürlich gar nicht rüber. Wenn die Grenzen wieder offen sind und wieder etwas Normalität einkehrt, hab ich aber richtig Bock mal gemeinsam mit ihnen eine Woche nach Marokko zu gehen und mich an den Strand zu hauen. Ich finde die Kultur echt spannend, weil das nicht nur so ein Touri-Urlaub ist, sondern richtig mit den Leuten von dort und ich freu mich schon mega darauf. Wir werden dann auch zu den Verwandten fahren, die auf dem Bauernhof leben und das wird bestimmt cool.“

(c) Marco Sensche

Stichwort Corona – was vermisst du momentan am meisten?

„Am meisten fehlen mir die sozialen Kontakte. Ich war vor ein paar Tagen mal im Park, als die Sonne so schön geschienen hat. Da waren endlich mal wieder ein paar Leute und das war so ein erfüllendes Gefühl, das war total crazy. Aber das Verrückte ist, es war zwar schön Menschen zu sehen, aber es war gleichzeitig auch ein kleines Unwohlsein, wenn man durch eine Menschengruppe läuft, dann geht man automatisch schneller und versucht die Luft anzuhalten. Mir fehlt es einfach, vor allem wenn es jetzt langsam wärmer wird, einfach draußen zu sitzen mit Freunden, was zu trinken, was essen zu gehen, das vermisse ich total. Und natürlich auch die Konzerte. Ich wäre eigentlich mit dem neuen Album auf Supporttour gegangen, was jetzt alles gestrichen wurde und echt schade ist. Aber das kann ich hoffentlich dann nachholen.“

Dein neues Album kommt sehr beschwingt und glücklich daher. In „Im Regen küssen“ sprichst du vom Verliebtsein. Was inspiriert dich noch beim Songwriting?

„Die Liebe ist eine ganz große Inspiration für mich. Manche Künstler gehen ja zum Beispiel durch den Alltag und haben dann auf einmal eine Songidee – das ist bei mir nicht so. Ich muss mich schon hinsetzen und überlegen, was ich sagen will und mir den Text überlegen. Das Thema Selbstliebe zum Beispiel beschäftigt und inspiriert mich auf jeden Fall sehr.“

Wann hat sich deine Meinung zu einem Thema in letzter Zeit so richtig geändert?

„Ich hab es gehasst zu kochen, weil ich es gar nicht gut konnte. Meine Freundin kochte meistens und ich half ihr dann beim Gemüse schneiden oder so. Manchmal hatte sie den Wunsch, dass ich ihr etwas koche und immer wenn ich das gemacht habe, war das so stressig für mich, weil ich wusste, ich kann das nicht und meistens war es dann auch so, dass es leider echt nicht geschmeckt hat (lacht). Aber das hat sich jetzt geändert – ich hab mittlerweile echt Bock auf kochen, weil ich den letzten Tagen öfters für uns gekocht habe und… es hat geschmeckt! Es hat tatsächlich geschmeckt. Und jetzt hab ich eine neue Leidenschaft entdeckt und versuche meine Fähigkeiten weiter auszubauen und neue Sachen auszuprobieren. Das ist echt cool.“

Bei welchem Film musst du lauthals lachen, auch wenn du ihn alleine schaust?

„Also die Serie, die mich 100% zum Lachen bringt ist auf jeden Fall „Modern Family“ und „Sex Education“. Oder der Film „Marley & ich“ mit Owen Wilson. Den fand ich immer mega witzig – die Sache ist nur die, dass es da einen Wendepunkt gibt, der Hund stirbt und wenn ein Tier im Film stirbt, dann ist es bei mir echt over.“

Du bist ja auch sehr tierlieb und Vegetarierin, hab ich gelesen. Dann erübrigt sich eigentlich die Frage, aber ich stelle sie einfach trotzdem: Was ist dir lieber – ein edles Essen in einem 5 Sterne Hotel oder ein Veggie-Döner beim Imbiss?

„Da nehme ich auf jeden Fall den Imbiss.“

Obwohl es ja mittlerweile auch im 5 Sterne Hotel vegetarische Gerichte gibt.

„Das stimmt. Ich hab allerdings irgendwie die Erfahrung gemacht, also ich wurde schon mal zu so Essen eingeladen und da gibt es dann sowas wie Zucchini-Grilltaler oder so. Und in teuren Restaurants schmeckt vegetarisch gar nicht immer mal so geil. Da kauf ich dann lieber mein Veggie-Hack aus dem Supermarkt und mache mir damit Spaghetti Bolognese.“

(c) Marco Sensche

Es gibt ja mittlerweile auch echt gute Veggie-Produkte, die total lecker sind.

„Ja, das mag ich auch voll. Also ich bin ein Freund davon. Ich gönne mir auch gerne mal was – ich bin da auch nicht so krass bewusst unterwegs, dass ich sage, ich esse jetzt nur noch Gemüse oder so.“

Da fällt mir der Spruch „Wer nicht genießt, wird ungenießbar“ ein.
Inwieweit definierst du dich über dein Kleidungsstil?

„Also mir ist es schon wichtig gut auszusehen. Die Sache ist, dass ich nicht so einen guten Geschmack habe. Zum Glück hat meine Freundin total den Durchblick und ein echt gutes Modebewusstsein. Sie sagt mir dann, komm Hanna zieh das an oder probier doch mal das und dann bin ich immer happy, dass ich mich damit nicht so auseinandersetzen muss. Und wenn sie mir dann sagt, was fresh aussieht und ich weiß, dass ich gut unterwegs bin, dann passt das perfekt.“

Wenn du Geld spenden würdest – eher für Menschen oder für Tiere?

„Das ist eine super schwere Frage, weil ich finde, dass man Lebewesen gar nicht über- oder untereinander stellen sollte. Aber ich habe in letzter Zeit echt ein paar Sachen für Menschen gespendet – das war einmal für Save the Children, da kam eine Werbung im Fernsehen, die mich emotional so mitgenommen hat, dass ich direkt gespendet habe, weil die so traurig war. Es sollte aber auch noch mehr Spendenaufrufe für Tiere geben. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich glaub für Menschen spenden, weil ich als Vegetarierin schon etwas für Tiere mache.“

Der Song „Mutter“ kommt wieder sehr emotional daher. Du beschreibst darin einen „schwarzen Weg“. Ich nehme mal an, dass es darin um eine Suchterkrankung geht?

„Ja. Den Song hat Udo Lindenberg mir geschenkt, es geht also zum Glück nicht um meine Mama. Das wäre echt traurig. Meiner Mama geht’s super und sie hat auch keinen Ehemann, der sie schlecht behandelt. Mein Papa ist ein ganz toller Typ. Ich hab den Song von Udo geschenkt bekommen und fand ihn so super, dass ich ihn auf jeden Fall auf der Platte haben wollte. Das ist ein ziemlich krasses Thema und auch wenn ich jetzt nicht die direkte Verbindung dazu habe, hat mich der Song sehr berührt und mir gezeigt wie das sein muss, wenn deine Mutter in so einem Teufelskreis feststeckt.“

Das war auch für mich ein echter Downer als ich das Album gehört habe. Weil es auch so unerwartet kam. Aber wie kam es zum Kontakt zu Udo?

„Jemand in meinem Team ist gut mit Udo befreundet und so entstand dann der Kontakt. Udo hat mich dann zur Generalprobe seiner Tour eingeladen, das war in Timmendorfer Strand an der Ostsee. Wir haben uns getroffen, einen Kaffee getrunken und abends in der Lobby noch meinen Song Komet gesungen. Und so kam es dann dazu.“

Was wünscht du dir für den Sommer bzw. für 2022?

„Also mein unrealistischer Wunsch ist natürlich, dass Corona einfach verschwindet. Das wäre geil. Aber sonst fände ich es super, wenn man eine Möglichkeit findet, dass Konzerte wieder stattfinden. Und wenn es irgendwie klappen würde, dass man sich wieder mit ein paar Leuten treffen kann, das wäre super. Das wären so meine Wünsche.“

Wenn du dir ein Feature aussuchen dürftest, wer wäre es?

„Ich würde dann Shawn Mendes nehmen. Ich finde den Kerl einfach richtig toll. Sein Album von 2017 hat mich so mitgerissen, ich hab jeden Song in Dauerschleife gehört – gefühlt für Monate. Und ich finde seine Energie und Bühnenpräsenz so mitreißend. Ich feier ihn einfach voll! Er ist ein absolutes Vorbild für mich und das wäre auf jeden Fall richtig crazy. Ich hab ihn leider noch nicht live gesehen, obwohl ich ihn schon kenne, bevor er überhaupt ein Album veröffentlicht hatte und nur auf YouTube Covers gemacht hat. Dann hab ich ihn aber ein bisschen aus den Augen verloren und mit dem Album 2017 dann wieder voll für mich entdeckt, aber war dann leider zu spät um mir noch ein Konzertticket zu sichern. Leider, ich bereue das so sehr.“

Aber kann ja dann auch ein Ziel sein, sobald es wieder möglich ist.

„Ja, das stimmt.“

Vielen Dank liebe Hanna, das war die letzte Frage. Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg fürs Album!“

„Ich bedanke mich auch. War ein sehr schönes Interview.“

(c) Marco Sensche

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