Kiko und Samuel

Eine besondere Freundschaft

Es war ein magischer Tag im November, vor gar nicht all zu langer Zeit in einem weit entfernten Land. Der Himmel war blau, die Vögel zwitscherten und die Sonne erwärmte die wunderschöne Natur. Samuel spazierte pfeifend durch seinen kleinen Garten. Er hatte tolle Pläne und war, wie immer, gut gelaunt. In seinem quietschgelben Holzhäuschen wartete seine Angelausrüstung auf ihn. Als er die Türe knarrend öffnete hörte er ein freches „Miau“ und spürte, wie der kleine Haustiger um seine Beine strich.

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„Na, du süßer Streuner. Hast du schon wieder Hunger?“, fragte er den gestreiften Kater und kraulte ihm seinen flauschigen Hals. Schnurrend und miauend ließ sich das Kätzchen die Streicheleinheiten seines Besitzers gefallen. „Dann werd‘ ich mich wohl auf den Weg zum See machen um uns ein leckeres Abendessen zu angeln.“ Gesagt, getan. Samuel sorgte dafür, dass es seinem vierbeinigen Freund an nichts fehlte. Er hatte ihn vor 2 Jahren bei sich aufgenommen, nachdem die Katzenmama an einem grauen Herbsttag im Oktober an eine andere Familie abgegeben wurde. Es war am Anfang nicht leicht für seinen samtpfötigen Freund. Er vermisste seine Mama und wollte nichts mehr essen. Samuel machte sich fürchterliche Sorgen und konnte nicht mehr schlafen. Doch dann hatte er eine tolle Idee: ihm fiel ein, dass Katzen ganz wild auf Fische waren – also fuhr er an den himmelblauen See, warf seine Angel aus und brachte zwei saftige Forellen nach Hause. Sie glänzten schöner als Smaragde und als er sie gebraten auf den Tisch stellte schlich sich Peterchen, wie er den Kater genannt hatte, neugierig in das Wohnzimmer. Samuel schaltete das Radio ein, setzte sich in seinen traumhaft-weichen Lieblingssessel und wartete ab. Vorsichtig und auf leisen Pfoten näherte sich das Kätzchen dem herrlich-duftenden Fisch. Samuel beobachtete lächelnd das Geschehen. „Sehr gut, mein Kleiner. Hol dir das Fischchen“, dachte er bei sich. Plötzlich sprang der junge Kater auf den Tisch, schnupperte an der Schwanzflosse und biss gierig in das süßliche Filet. Seit diesem Tag aß er nichts anderes mehr als frisch gefangene Fische. Und davon gab es in dem nahen See mehr als genug… „wir sehen uns später, mein Lieber. Freu dich auf das beste Essen deines Lebens“, sprach er, nahm seine Angel und machte sich auf den Weg zu seinem Lieblingsort. Dort angekommen suchte er sich ein schönes Plätzchen, machte es sich im Schilf bequem, warf seine Angel aus und wartete.

Doch heute sollte er kein Glück haben – die Fische schwammen zwar neugierig um den Köder, wollten aber nicht anbeißen. Also entschied sich Samuel ein paar Schritte in den See zu waten, da er dort von weitem viel mehr Fisch entdeckte. Außerdem hatte ein riesiger Baumstamm sein Interesse geweckt. Auf diesem ließ er sich schließlich nieder.

Nachdem er seine Angel erneut ausgeworfen hatte, sah er sich den Baumstamm genauer an… doch was entdeckte er denn am unteren Ende? Ein gelbes Paar Augen, das ihn verschlafen und verwirrt anschaute! Plötzlich erkannte er, dass es sich nicht um einen alten Baumstamm, sondern viel mehr um ein drei Meter großes Krokodil handelte.

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Samuel schrie auf und fiel vor lauter Schreck rückwärts in das kühle Wasser. Er sah wie das Krokodil abtauchte und auf ihn zuschwamm. Samuel versuchte aufzutauchen, hatte aber Angst und ruderte hilflos mit seinen Armen. Das wilde Tier war jetzt wenige Zentimeter von ihm entfernt und auf einmal wurde Samuel klar, dass es aus mit ihm war. Doch was dann passierte war unglaublich: das Krokodil schwamm unter ihn und bot ihm mit seinem großen Rücken einen sicheren Halt. Samuel fehlten die Worte als er an der Oberfläche wieder Luft bekam. Er setzte sich auf den Rücken des Tiers, atmete tief ein und wieder aus. Als er sich wieder beruhigt hatte, tätschelte er vorsichtig den Kopf des Retters. Das Krokodil, das offensichtlich eine Dame war, zwinkerte ihm zu und wartete so lange, bis Samuel zwei prächtige Fische an Land zog. Seit diesem Tag kam er jeden Abend an den See und schwamm auf dem Rücken seiner neuen tierischen Freundin in die Mitte des Sees. Er taufte sie auf den Namen „Kiko“ und das war der Beginn einer ganz besonderen Freundschaft.

Fin. 

 

 

 

 

 

 

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